Ernährung: Weniger Fleisch und Milchprodukte
Der Vortrag im Haus Hopfensee am Montag 03.11. befasste sich mit folgendem Thema: „Weniger Fleisch, weniger Milchprodukte. Planetary Health Diet. Die Ernährungsform der Zukunft?“ (Download des Vortragstextes)
Der Referent Patric von Ungern-Sternberg, Freiherr zu Pürkel, von der Technischen Hochschule Nürnberg wollte nicht, dass Fleisch und Käse vom Speiseplan ganz gestrichen werden, dass sie wohl aber reduziert werden, damit die Gesundheit gestärkt, die Weltbevölkerung ernährt und der Planet nicht ausgebeutet wird.
Er stellte zunächst die planetaren Belastungsgrenzen vor, die 2009 von Wissenschaftlern um das Stockholm Resilience Center betrachtet wurden.
Außer Ozeanversauerung und Aerosolbelastung sind alle Belastungsgrenzen bereits überschritten, was insb. durch die Intensiv-Landwirtschaft verursacht wird.
Die Landbewirtschaftung müsse sich auf regenerative, biodiversitätsfördernde und wasserschonende Anbausysteme umstellen, damit die auf 10 Milliarden wachsende Bevölkerung ernährt und der Planet nicht ausgepowert wird.
Hier kommt die Planetary Health Diet (PHD) ins Spiel, eine Ernährungsweise, die alle Menschen satt macht und die Erde bewahrt. Sie sieht erheblich mehr Obst, Gemüse und Vollkorngetreide und weniger rotes Fleisch und Kohlehydrate (Kartoffeln, Nudeln, etc.) vor.
Die Ernährungsgewohnheiten in der entwickelten Welt müssten sich grundlegend ändern: Der Konsum von Wiederkäuerfleisch sollte sich um 71 % verringern, Nicht-Wiederkäuerfleisch (Schwein, Huhn) um 46 %, Milchprodukte um 20 %.
Einen kleinen Trost für bayerische Fleisch-Esser hatte der Referent aber: Eine Schweinshaxe mit Kraut und Knödel kann man sich alle 1 – 2 Wochen genehmigen.
Eine Umstellung auf die Planetary Health Diet würde die Landwirtschaft massiv verändern: Die Tierhaltung müsste an die verfügbare Futterfläche der Betriebe gebunden und der Import von Futtermitteln stark eingeschränkt werden. Dies hätte, so der Referent einen großen Einfluss auf die Treibhausgas-Emissionen der Landwirtschaft und damit auf das Weltklima.
Anschließend präsentierte der Referent noch leckere Rezepte, für eine Planetary Health Diet. Er wies auch darauf hin, dass Lebensmittel-Discounter (Aldi, Lidl, Edeka) mit Rezepten für die Planetary Health Diet werben.
Andreas Eggensberger hatte Werbeprospekte von Discountern mitgebracht; alle werben dann doch mit niedrigsten Preisen für Fleisch und Käse. Er zitierte Eckart von Hirschhausen über die Gesundheits-Gefahren einer falschen Ernährung.
Diskussion
Die Diskussionen wurden vor allem durch anwesende Biolandwirte geprägt. Sie wiesen darauf hin, dass die Vorschläge für eine kleinteilige biologische Landwirtschaft seit Jahrzehnten vorliegen, aber durch die Marktkräfte, also auch die Verbraucher nicht ausreichend umgesetzt werden können. Sie verteidigten eine gute Weidehaltung von Kühen, die Biodiversität auf den Wiesen sichert.
In der Diskussion wurde auch eine Anpassung der Planetry Health Diet an regionale Verhältnisse erörtert.
Hubert Endhardt verabschiedete die Zuhörer mit Optimismus: “Schön dass der Vortrag mit gutem Essen endete”.
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gez. U. Schaaf
November 2025