Pläne & Erfolge: Was hat sich getan in den Kommunen?
Bürgermeister aus dem Füssener Land berichteten am 01.12.25 im Haus Hopfensee, was sich in ihren Gemeinden getan hat, um Klimaschutz und Energiewende voranzubringen. Sie sollten sich äußern
zur Kommunalen Wärmeplanung,
zur ökologischen Stromversorgung und
zu Klimaanpassungsmaßnahmen.
Andreas Eggensberger begrüßte die Bürgermeister-Runde mit Pirmin Joas, Nesselwang, Thomas Pihusch, Roßhaupten, Lorenz Schnatterer, Seeg und Max Eichstetter, Stadt Füssen. Er konnte auch Johannes Fischer, Klimabeauftragter des Landkreises, begrüßen.
Hubert Endhardt moderierte die Diskussion und achtete darauf, dass die Sprechzeiten eingehalten wurden.
Johannes Fischer stellte die Klimathemen vor Ort vor, insb. die Sorgenkinder Gebäude und Mobilität, wo die Fortschritte eher zäh verlaufen.
Für Pirmin Joas in Nesselwang war die Wärmeplanung herausfordernd. Angestoßen wurde ein Prozess der Bürger-Sensibilisierung; gute Daten liegen jetzt vor. Die Stromversorgung mit PV-Anlagen sei auf gutem Wege, was vor allem Gewerbebetriebe krisen-unabhängiger mache.
Der Markt beteiligt sich am Solarleitplan und plant auch Freiflächen-PV-Anlagen an der Autobahn mit Batteriespeichern.
Wichtig sei ihm, den Flächenverbrauch zu reduzieren und die Biodiversität zu fördern für die Klimaanpassung.
Thomas Pihusch berichtete aus Roßhaupten, dass die Wärmeplanung erst im zweiten Versuch erfolgreich war, dann aber einen guten Überblick über die Energiepotenziale gebracht habe, insb. Geothermie und PV-Strom.
Beim Solarstrom werden große Dachflächen genutzt. Geplant ist auch eine Freiflächen-PV-Anlage, die parallel auch Landwirtschaft ermöglicht. Dafür setzt sich vor allem eine neu gegründete Genossenschaft (Drachenenergie) ein.
Die Bauleitplanung will zur Klimaanpassung weniger Flächenverbrauch in neuen Baugebieten verursachen und Bautätigkeit eher durch Verdichtung im Ort ermöglichen, auch wenn dies schwieriger sei.
Lorenz Schnatterer verweist auf vorhandene Wärmenetze in Seeg, ein privat errichtetes und ein gemeindliches. Im Ortsteil Hitzleried wurde eine Genossenschaftsgründung zur Errichtung eines weiteren Netzes angestoßen. Der Prozess sei durchaus mühsam gewesen, bis sich mehr als 40 Bürger zur Teilnahme entschlossen haben.
PV-Strom wird auf kommunalen Gebäuden ausgebaut, zusätzlich zu großen Anlagen der Landwirte. Weitere Anlagen, etwa eine Freiflächen-PV-Anlage müssen zurückgestellt werden bis ein neues Umspannwerk kommt.
Seeg sorgt sich um die Wasserversorgung in der Zukunft, die nicht mehr selbstverständlich sei. Ein neu gebauter Hochbehälter und eine Wasserverbundleitung mit Roßhaupten sollen die Klimaanpassung unterstützen.
Maximilian Eichstetter hat gute Rückmeldungen von der Wärmeplanung in Füssen, die gerade abgeschlossen wurde.
Der Erdgasversorger habe in Aussicht gestellt, dass das Erdgasnetz bis 2030 mit 20% und bis 2035 mit 25% grünen Gasen versorgt werden soll.
Eine Vorplanung für ein Wärmenetz in der Füssener Altstadt liegt vor. Im Zuge der Pflastererneuerung sollen gleich Leitungsrohre mit verlegt werden.
PV-Strom wird auf den neuen Schulgebäuden erzeugt; angedacht ist eine Freiflächenanlage nördlich der B310 und ein großer Batteriespeicher. An der Kläranlage wurde ein kleines Gaskraftwerk (BHKW) mit Klärgas in Betrieb genommen. Es wird sich in kürzester Zeit amortisiert haben. Maßnahmen zur Klimaanpassung werden im Rahmen des Interreg-Projektes zusammen mit Reutte geplant.
Alfons Haf, Bürgermeister von Pfronten konnte nicht teilnehmen; seine schriftliche Stellungnahme wurde vom Diskussionsleiter verlesen:
Die Wärmeplanung ist fertiggestellt; danach sei der ganze Ort Wärmenetz-geeignet. Ansatzpunkt wird z.B. das neue Schwimmbad sein. Pfronten wird sich auf die gemeindeeigenen Gebäude konzentrieren und diese klimaneutral machen.
Als zentrales Problem sieht er das mangelnde Interesse der Hausbesitzer. Das bestätigen alle Bürgermeister: Die Überzeugungsarbeit für Wärmenetze sei z.B. ein ‚Knochenjob‘, so Lorenz Schatterer.
Die Situation ist in jeder Gemeinde unterschiedlich und es braucht ‚Kümmerer‘ vor Ort, damit es vorwärts geht.
Johannes Fischer und Hubert Endhardt sehen in der Gründung der Genossenschaft ‚Bürgerenergie Ostallgäu‘ dafür einen wichtigen Beitrag.
Ulrich Schaaf, der jetzt 22 Veranstaltungen im Rahmen der Vortragsreihe organisatorisch betreut hat, verabschiedet sich von den Zuhörern und bittet sie um Engagement bei den jetzt anstehenden konkreten Projekten. Sie können sich melden, unter der eMail-Adresse
klimafuessen@gmail.com
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gez. U. Schaaf
Dezember 2025