Newsletter 3: Strom von hier - JETZT

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Newsletter 2: EEG-Reform und wie weiter?

Newsletter 1: Zukunft - dezentral und digital
 

eENERGIE

Internet-Dienste für eine nachhaltige Energiewirtschaft
Juni 2017

Liebe eEnergie-Interessenten,

haben Sie auch manchmal das Gefühl, dass zuviel gequatscht und zu wenig getan wird? Ja, wer sich mit den Themen Energie & Umwelt beschäftigt, braucht viel Ausdauer und Geduld. Die letzten beiden Newsletter beschäftigten sich mit der Energiewende 'von unten', die mit der aktuellen Gesetzgebung massiv ausgebremst wird: Siehe dazu die Stellungnahme des Bündnis Bürgerenergie e.V.

Dieser Newsletter versucht, auf konkrete Projekte hier bei uns einzugehen, die es trotz aller Verzögerungen und Schwierigkeiten in den letzten Monaten eben doch gegeben hat.

Plattform Hotelverbund

Seit 2014 werden jetzt die Stromdaten von 7 Hotels im Vergleich ausgewertet. Die Auswertungen zeigen, dass es Potenziale gibt, die Energieeffizienz in den einzelnen Häusern zu steigern: Weniger Strom verbrauchen, Umwelt und Klima schonen, ohne dass der Gast auf Komfort verzichten muss. Die vergleichende Auswertung hat gezeigt, dass einige Betriebe selbst Strom erzeugen und überschüssigen Strom einspeichern, den andere vielleicht nutzen könnten.

Grundlage waren die Verbrauchs- und Einspeisedaten aus den Zählern der Hotels für jede Viertelstunde, die uns der Energieversorger (EWR) monatlich zur Verfügung gestellt hat, derzeit über 2 Mio Messdaten. Sie können grafisch dargestellt und ausgewertet werden. Siehe Grafik unten.

Beispiel: Stundenwerte (kW) am 08.04.2017
(Verbrauch nach oben, Einspeisung nach unten)


Die Daten sind die Grundlage für Überlegungen, ob im Verbund der Hotels gemeinsamer Nutzen erzeugt werden kann, z.B. durch gegenseitigen Stromverkauf oder - durchaus ambitioniert - Steuerung von Verbrauch und Produktion entsprechend der Stromsituation im Netz.

eMonitoring

Derzeit werden die Daten im Monatsrhythmus geliefert und analysiert. Für die ambitionierten Pläne reicht dies nicht aus. Hier brauchen wir Stromdaten, die minuten- oder 5-minutenweise verfügbar sind.

Dafür haben jetzt 6 Hotels das eMonitoring-Projekt gestartet; in jedem Haus wird dann kontinuierlich gemessen: Stromerzeugung, -verbrauch, Einspeisung, Speicherung. Die geringen Kosten für die Messeinrichtung (Hard- und Software aus der Gebäudeautomatisierung) werden von den Hotels getragen. Für ambitionierte Auswertungen werden Fördergelder für Innovationsprojekte beantragt. (Mehr dazu . . .)

Energieverbund Tourismus

Vom eMonitoring-Projekt ausgehend bereitet der Tourismusverein Füssen ein überbetriebliches Projekt zur Verbesserung der Energieeffizienz und für den Klimaschutz vor. Derzeit wird das Thema Elektromobilität erörtert. Man möchte Gästen ermöglichen, sich im Urlaub emissionsfrei im Allgäu zu bewegen. Weitere Informationen folgen. (Download für mehr . . .)

Energieregion Allgäu

Solche Projekte brauchen ein aufgeschlossenes und innovatives Umfeld. Dazu wollen wir die in der Region tätigen Energieversorger / Netzbetreiber gewinnen. Wir sind mit dem Landratsamt Ostallgäu (Klimaschutz) im Kontakt, um die Möglichkeiten einer weitergehenden Kooperation auszuloten.

Zielsetzung in der Energieregion wäre: Den Anteil der erneuerbaren Energie zu steigern und diese auch hier zu verbrauchen. (Mehr dazu . . .)

Strom von hier: JETZT

Bitte unterstützen Sie meine Petition für Regionalstrom ohne unfaire Kostenbelastung. (LINK).

Der Gesetzgeber hat die Energiewende von unten mit dem neuen EEG ausgebremst. Offenbar traut man den lokal tätigen Anlagen- und Netzbetreibern nicht zu, die Energiewende zu stemmen. Stattdessen hat man die Verantwortung für den Strombetrieb jetzt fast vollständig den Monopolisten (Übertragungsnetzbetreiber, Bundesnetzagentur) gegeben. Aus meiner Sicht eine äußerst unglückliche Tendenz!

Die Befreiung des lokalen Stromeinkaufs (Umkreis 50 km) von der EEG-Umlage - immerhin 7 ct = 25% je kWh - kann das notwendige Gegengewicht zur Zentralisierung schaffen.

Unterschreiben Sie bitte JETZT!


gez. U. Schaaf