AC-DC: Edisons späte Rache

Vor 150 Jahren tobte in den USA ein erbitterter Fight, ob man ein Gleichstrom- oder ein Wechselstromnetz aufbauen sollte. (Siehe den gut zu lesenden Artikel in der Welt-N24: Link). Thomas Edison (Erfinder der Glühbirne) setzte sich vehement für ein Gleichstromnetz (DC) und George Westinghouse für Wechselstrom (AC) ein.

Wechselstrom setzte sich durch; aber Gleichstrom hat eine Renaissance: Erneuerbare Energie und neue Geräte arbeiten überwiegend mit Gleichstrom:

  • PV-Anlagen produzieren Gleichstrom, der zur Einspeisung - mit Verlust - in Wechselstrom umgewandelt wird.
  • Batterien speichern und geben Gleichstrom ab.
  • Windkraftanlagen können je nach Generator sowohl Gleich- als auch Wechselstrom produzieren
  • Beim Stromtransport über große Strecken wird auf Gleichstrombasis gearbeitet: HGÜ Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung
  • LED-Lampen arbeiten mit Gleichstrom, sowie alle Computer- und IT-Geräte
  • Ein neuer USB-Standard, der eine Geräteversorgung von 100 W erlaubt, könnte die Schuko-Stecker teilweise ablösen

Wie unsinnig es ist, den Strom laufend umzuwandeln, zeigt die Elektromobilität:

  • PV-Strom > Wechselrichter > Wechselstrom
  • Wechselstrom > Gleichstrom > Zwischenbatterie
  • Batteriestrom > Wechselrichter > Wechselstrom
  • Wechselstrom > Gleichstrom > Autobatterie

Der PV-Strom wird also dreimal umgewandelt, bevor er in die Autobatterie kommt. Jedesmal gehen ca. 7% bei der Umwandlung verloren.

Die Entwickler arbeiten derzeit intensiv daran, diese unnötigen Transformationen zu vermeiden. Derzeit sieht es so aus, als ob in größeren Gebäuden ein paralles Gleichstromnetz aufgebaut wird, das parallel zum Wechselstromsystem arbeitet. Hier eine Folie, die Bernd Wunder vom Fraunhofer IISB bei einem Workshop (Link) in Nürnberg zeigte:

Im eigenen Gebäude probiert das IISB sowas aus und entwickelt Geräte für dieses Gleichstromnetz.

Wir können sicher sein, dass uns noch viele Neuerungen ins Haus stehen!