Pflanzenkohle, großartige Exkursion

Das Bürgerforum Seeg und der Energiebeirat des Füssener Stadtrats haben am 25. September 2021 eine gemeinsame Exkursion zum Bergbauernhof Besler in Oberstdorf unternommen. Es war eine großartige Veranstaltung!

In der Einladung unten sind die großen Hoffnungen auf einen Pflanzenkohleeinsatz in der Landwirtschaft aufgeführt, was CO2-Speicherung durch Humusaufbau und bessere landwirtschaftliche Erträge ohne Nitrateintrag betrifft.

Die Teilnehmer waren begeistert! Sicher haben das schöne Wetter und die idylische Lage des Besler-Hof dazu beigetragen. Auch die Fahrt im American Schoolbus war cool.

 

 

 

 

 

Die Familie Besler hat einen vorbildlichen Betrieb aufgebaut. Hauptprodukt ist Bergkäse, der vollständig in Eigenproduktion hergestellt wird: Ca 50 Kühe werden mit Heu gefüttert und geben ihre Milch direkt in eine eigene Käserei. Sie wird unpasteurisiert sofort verarbeitet und selbst vermarktet. Wir konnten den Käse probieren: Köstlich!

Beslers haben jetzt 6 Jahre Erfahrung mit dem Einsatz von Pflanzenkohle. Tobias Besler erklärte uns ausführlich und anschaulich wie die Bodenfruchtbarkeit weiter verbessert wird: In die Gülle wird Gesteinsmehl und Pflanzenkohle eingerührt, die beim Käsen anfallende Molke wird auch eingebracht; das ist wichtig, weil Milchsäurebakterien die Wirksamkeit der Pflanzenkohle verbessern.

Seit sechs Jahren wird die so aufgebesserte Gülle eingesetzt. Der Humusaufbau und die Bodenfeuchtigkeit sind merklich verbessert worden. Die Fingerprobe zeigt dies: Auch in den Trockenjahren konnte ein Finger in den so verbesserten Boden gesteckt werden; auf anderen Feldern war dies nicht möglich.

 

 

Dies ist der Pflanzenkohle geschuldet: Sie speichert durch eine große innere Oberfläche Feuchtigkeit und Nährstoffe langfristig und stellt sie den Pflanzen zur Verfügung. Weitere Informationen zum “schwarzen Gold der Landwirtschaft” finden Sie auf unseren Seiten: Biomasse und Pflanzenkohle.

Andreas Eggensberger von Füssener Energiebeirat und Ulrich Wagner vom Bürgerforum Seeg bedankten sich bei Familie Besler und stellten Zukunftsüberlegungen an:

  • Pflanzenkohle kann regional hergestellt werden; dabei kommen neben Holz-Hackschnitzeln auch Grünschnitt und andere Pflanzenabfälle in Frage. Das spart Entsorgungskosten.

  • Die Ausbringung aufbereiteter Gülle stinkt nicht; das könnte Tourismusbetriebe motivieren sich am Kauf von Pflanzenkohle für die Landwirte zu beteiligen, eine win-win-Konstellation.

  • Der Humusaufbau trägt beträchtlich zur CO2-Reduktion bei. Wenn es gelingt, dies in CO2-Zertifikaten zu dokumentieren, hätten die Landwirte eine weitere Einnahmequelle zur Beschaffung der heute noch knappen Pflanzenkohle.

Beide Organisationen werden sich weiter intensiv mit dem Thema beschäftigen und darüber berichten.

gez. Ulrich Schaaf