Vortrag Prof. Haber

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Strommarkt und Stromnetz

Prof. Dr. Alfons Haber gab zunächst einen Überblick über Strommarkt und -netze:

Während Stromerzeugung und Stromverbrauch marktwirtschaftlich geregelt sind, ist das Stromnetz reguliert.

Stromverbrauch

Der Stromverbrauch deutscher Haushalte hat einen Anteil von ca. 26% am Gesamtstromverbrauch. Bemerkenswert ist dabei die Zunahme des Stromverbrauchs für TV und PC, die davon auch etwa ein Viertel ausmachen. Es wird erwartet, dass der Bedarf von Information & Kommunikation (IKT) bis 2020 mehr als die Hälfte des privaten Stromverbrauchs veursacht. Erstaunlich groß ist die Strommenge, die von Google & Co. in Rechenzentren verbraucht werden.

Das Potenzial von Lastmanagement im privaten Bereich ist zwar gegeben, hält sich aber insgesamt in Grenzen.

Stromerzeugung

Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist in den letzzten Jahren beträchtlich gewachsen. Allerdings gibt es ein Problem mit der Versorgungssicherheit. "wenn es dunkel ist und windstill".

Die Jahresvollaststunden deutscher Kraftwerke sind daher sehr unterschiedlich, wie die folgende Abb. veranschaulicht. (Rote Pfeile = erneuerbare Energien)

Es sind deshalb mehr Stromerzeugungsanlagen notwendig um die jeweiligen Bedarfssituationen zu meistern.

Sein Resumée:

Stromspeicherung

Während sich die klassische Stromspeicherung in Batterien auch heute noch 'nicht rechnet', ist die naheliegende Technik am besten mit "Power-to-Heat" zu beschreiben.

Wie ein Eigenverbrauchssystem in einem Privathaushalt aussehen könnte zitierte Prof. Haber wie folgt:

Der aus Sonnenenergie gewonnene Strom wird entweder direkt selbst verbraucht oder erzeugt über eine Wärmepumpe Heizenergie, die im Pufferspeicher "gelagert" werden kann. Überschüssiger Strom wird in eine Batterie eingespeist oder aber ins Netz abgegeben.

Nach dem Auslaufen der Förderung durch das EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) kommen große Herausforderungen auf die Energienetze und speziell auf das Stromnetz zu. Die Folien 24 und 25 listen die Bandbreite der Entwicklung auf. Die Zukunft gehört einer Verbindung der Energieträger und -systeme, den sog. Hybridnetzen, die Energieerzeugung und -verbrauch im Verbund ausgleichen.

Stromnetze

Damit die Stromnetze die wachsenden Schwankungen im Verbund mit anderen Netzen ausgleichen können, sind hohe Investitionen in den Netzausbau als Smart Grids nötig. Die Netze müssen 'intelligent' gemacht werden und können so einen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung liefern.

Im Technologiezentrum der Hochschule Landshut wird deshalb im Viereck

  • Netz- und Systemintegration
  • Energiespeicher
  • dezentrale Energiesysteme
  • Energieeffizienz

geforscht.

Zusammenfassung

In seiner Zusammenfassung betont Prof. Haber die zunehmenden Anforderungen an die Netze und die hohen Aufwendungen für die technische Installation.

Er spricht sich für einen koordinierten Ausbau und Betrieb der Netze aus und für einen regionalen Austausch über Energiekonzepte aus. Insgesamt funktioniert nichts ohne sichere Stromversorgung.

Seine Schlussfolie gibt die Empfehlung "Energie braucht Netze"