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eENERGY

 

Liebe Energie & Umwelt-Interessenten,

anfangs war ich eher gefühlsmäßig für die "Energiewende von unten". Sie war mir sympatisch, weil sie die Leute vor Ort ansprach. Heute nach guten 5 Jahren intensiver Beschäftigung mit dem Thema ist Regionalenergie für mich eine unbedingte Notwendigkeit! Sehr vieles muss vor Ort gelöst werden,

aus physikalischen Gründen:

  • Wärmeverteilung ausschließlich im örtlichen Kontext möglich

  • Sektorkoppelung nur auf lokaler Ebene sinnvoll

  • 90% der EE-Einspeisung erfolgt im örtlichen Niederspannungsnetz geringere Netzverluste

aus wirtschaftlichen Gründen:

  • geringere Kosten der Energieverteilung

  • Massenfertigung macht EE- & KWK-Anlagen billiger und zuverlässiger

  • lokale Wertschöpfung sichert Arbeitsplätze

  • geringere Bürokratiekosten

aus Akzeptanzgründen:

  • regionales Energiesystem durchschaubar und verständlich

  • Großprojekte verursachen Widerstand

  • Bürgerbeteiligung sichert lokales Interesse

  • Energiewende und Klimaschutz bei vielen Akteuren verankert

Folien mit einer ausführlicheren Begründung können Sie hier herunterladen.

Im Energiearbeitskreis des Bürgerforums Seeg haben wir die 'Energiewende von unten' thematisiert bei einer Veranstaltung mit Energiefachleuten und prominenten Politikern:

Regionalenergie - nachhaltig, erneuerbar, dezentral

Politiker und Energiefachleute in Seeg, von links: Ulrich Wagner, Bürgerforum Seeg; Oliver Ottow, Erdgas Allgäu Ost; MdB Dr. Karl-Heinz Brunner (SPD), Hubert Endhardt, Kreisrat (Grüne); Bürgermeister Markus Berktold; Norbert Trunzer, Smart Energy; MdB Stephan Stracke (CSU); Ulrich Gut, Bürgerforum; Helmut Petermann, Elektrizitätswerke Reutte; Ulrich Schaaf, Bürgerforum; Thomas Pollakowski, Bürgerenergie Bayern; MdB Dr. Georg Nüßlein (CSU)

Weitere Dokumentation:

Soll sich eine kleine Gemeinde wirklich in 'die große Politik einmischen'? JA, wenn sie Teil einer allgemeinen Bewegung ist! Der Ruf nach einer "Energiewende von unten" wird immer lauter:

  • Eine EU-Richtlinie (RED II) fordert Verbesserungen für Energiegemeinschaften und Eigenverbrauch:
    Sie muss in DE umgesetzt werden. Spanien hat dies offenbar schon getan. Die spanischen Gesetze ermöglichen Eigenverbrauch in Gemeinden und Industriegebieten.

  • Die Bundesregierung hat vor ca. 2 Jahren das Förderprojekt sinteg / c-sells gestartet.
    Dort werden Techniken und Geschäftsmodelle für den sog. zellulären Ansatz entwickelt. Hier gibt es Folien (englisch)

  • Das Landwirtschaftsministerium des Bundes hat das Projekt Energiewende Unterallgäu gefördert.
    Ich war auf der Zukunftskonferenz Regionale Energiewende am 06.02.19 in Günz bei Memmingen, wo die Projektergebnisse vorgestellt wurden.

  • Das Bündnis Bürgerenergie hat ein Impulspapier zum Bürgerstromhandel von der Beratungsgesellschaft Energy Brainpool erstellen lassen.
    Die Vorschläge in diesem Papier sind weitgehend identisch, mit dem was das Bürgerforum Seeg vorschlägt. (Siehe Briefe an Staatsminster Hubert Aiwanger und Wirtschaftsminister Peter Altmaier)

  • Die Verbraucherzentrale NRW hat ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben.
    Es fordert bessere Bedingungen für Mieterstrom und gemeinschaftliche Eigenversorgung. Eine Zusammenfassung stellt fest, dass die Bürokratie den Mieterstrom ausbremst.

  • Bei den Berliner Energietagen wird das Thema Mieterstrom ab 20.05. ebenfalls eine große Rolle spielen.
    Ich werde dabei sein und mit den Veranstaltern und anderen Kontaktpersonen sprechen.

Die Rahmenbedingungen für Regionalenergie müssen verbessert werden! Wir werden hartnäckig dran bleiben und Änderungen anmahnen, mit vielen Anderen:

  • Herrn Staatsminister Hubert Aiwanger hatte ich beim Ministerdialog des c/sells-Projekts am 01.04.19 angesprochen, ob er sich vorstellen könne, Regionalstrom aus dem 'EEG-Regime' zu entlassen und von Abgaben zu befreien, wenn auch keine Förderung in Anspruch genommen wird. Seine aufgeschlossene Reaktion hat uns zu diesem Brief veranlasst: Download.

  • Herrn MdB Stephan Stracke habe ich am 15.04. in seinem Wahlkreisbüro aufgesucht und diesen Vorschlag eingebracht. Er wird sich mit Herrn Minister Peter Altmaier in Verbindung setzen und die Anregungen von unten einbringen.

Auch mit den anderen beiden Bundestagsabgeordneten werde ich Termine vereinbaren, damit die Informationen von unten nach oben wandern können!

Es ist Zeit zum Handeln! Bitte unterstützen Sie die Initiative für eine Energiewende von unten, damit sie von den Fesseln befreit wird.

Mit freundlichem Gruß

U. Schaaf