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Allgäuer Land - gemeinsame Energiewende

Der Zweckverband Allgäuer Land ist hat am 25. Mai beschlossen, dass die kommunale Wärmeplanung und die Energiewende ein gemeinsames Projekt der 10 Gemeinden des Zweckverbands werden.

Wappen der Gemeinden des Zweckverbands

Ziel des Zweckverbands ist es, mit
interkommunaler Zusammenarbeit das Verbandsgebiet wirtschaftlich zu stärken, die kulturelle und touristische Attraktivität zu steigern, sowie durch die Ansiedlung von Betrieben und Unternehmen den Erhalt und die Neuschaffung von qualifizierten Arbeitsplätzen zu fördern.” 

 

Das Mammut-Projekt kommunale Energie- und Wärmewende kann nicht von jeder Gemeinde allein gestemmt werden; es kann gemeinsam besser bewältigt werden.

Diese Anregung kam von Bürgervereinen aus Füssen, Roßhaupten und Seeg. Sie beauftragten Phillip Kleinhenz (Klimaarbeitskreis Roßhaupten) und Ulrich Schaaf (Klimabeirat Füssen und Energiearbeitskreis im Bürgerforum Seeg) den versammelten Bürgermeistern Vorschläge zu unterbreiten.

Folien des Vortrags (Download)

Inhalte des Vortrags

Warum Wärmeplanung?

Kommunale Wärmeplanung wird stark gefördert, sie wird demnächst auch gesetzlich verpflichtend.

Was sollen die Kommunen tun, damit die geförderten Aufträge an Planungsinstitute nicht ins Leere laufen - Gutachten für’s Bücherregal? Die wichtigsten Vorschläge:

  • Die Förderung nutzen, um Grundlagen zu schaffen für leistungsstarke, klimaneutrale und lebenswerte Kommunen.

  • Eine gemeinsame Datenbasis aufbauen und die Entwicklung im gesamten Verbandsgebiet beobachten; Monitoring.

  • Bürger, Unternehmen (Aktuere) und Politiker frühzeitig an der Planung beteiligen.

Erneuerbare Energie bei uns

Die Versorgung des gesamten Verbandsgebiets mit erneuerbarer Energie ist eine große Herausforderung:

  • Biomasse bei uns reichlich vorhanden, kann aber Öl und Gas nur teilweise ersetzen.

  • Wind- und Wasserkraft sind nur begrenzt vorhanden.

  • Tiefe Erdwärme ist am Alpenrand auch nur eingeschränkt verfügbar.

  • Die Sonne ist die wichtigste Energiequelle bei uns, ist aber nachts und im Winter schwach.

  • Abwärme und Umgebungsenergie - auch aus Gewässern - sind reichlich vorhanden, müssen aber mit Wärmepumpen auf das geforderte Niveau gehoben werden.

In jedem Falle wird viel mehr erneuerbarer Strom gebraucht. Im Winter könnte der Strom auch von Anlagen der Kraft-Wärme-Koppelung (BHKW) erzeugt werden, vorzugsweise mit erneuerbaren Gasen (Biogas oder Wasserstoff).

Was tun im Allgäuer Land?

Die Bürgermeister nahmen die folgenden Vorschläge zustimmend zur Kenntnis:

  • Erfahrungsaustausch zwischen den Gemeinden
    zum Vorgehen bei der Wärmeplanung, zu energetischen Lösungen, zur Bürgerbeteiligung.

  • Regionale Wertschöpfung stärken
    für zukunftsfähige Arbeitsplätze, heimische Energieversorgung, Kompetenz vor Ort aufbauen

  • Gemeinsame Datenbasis
    Planer liefern georeferenzierte Wärmedaten, in den Gemeinden selbst fortgeschrieben werden

  • In’s Machen kommen
    parallel zur flächendeckenden Wärmeplanung schon mit konkreten Projekten beginnen

  • Bürgerbeteiligung von Anfang an
    Wärme- und Energiewende werden nur zusammen mit den Bürgern erfolgreich sein

Beschlüsse

Im Vortrag wurden Beschlussvorschläge gemacht. Sie wurden großenteils akzeptiert, wobei ein gemeinsamer Energie-Kümmerer (kommunaler Energiemanager) im Zweckverband noch zurückgestellt wurde.

Wenn es ein offizielles, öffentliches Protokoll gibt, wird dieses später hier eingestellt.

Weitere Veranstaltungen

Reinhard Kleinhenz, der Leiter des Klimaarbeitskreises in Roßhaupten hat den Bürgermeistern angeboten, vor den jeweiligen Gemeinderäten einen Impulsvortrag zum Thema Energie- und Wärmewende zu halten.

Ulrich Schaaf verwies auf weitere Veranstaltungen der Bürger für Klima und Natur, die künftig als Verein auf der Ebene des Zweckverbands aktiv sein werden:

 

29. Mai 2023
gez. U. Schaaf

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